Telefon

Moderne Telefone, wie wir sie kennen, haben im Festnetzbereich ihre Vorläufer in den Modellen der 1850er bis 1870er Jahre, schon ab 1926 gab es Mobiltelefone (keine Lang- oder Kurzwellensender) in deutschen Zügen. Der Wunsch, Signale und auch Sprache über weite Entfernungen zu übertragen, ist natürlich viel älter, auch ohne Kenntnis der Elektrizität tüftelten Erfinder an entsprechenden Lösungen. Die ersten Versuche sind ab 1670 dokumentiert.

Nichtelektrisches Telefon

Der Londoner Samuel Morland präsentierte – und dokumentierte – 1670 einen allerdings nicht sehr erfolgreichen Versuchsaufbau, der Schallwellen mit trompetenähnlichen Instrumenten innerhalb von Röhren übertrug, selbst ein Jahrhundert später griff der Deutsche Heinrich Lambert die Idee noch einmal auf. Auch die Franzosen publizierten 1783 einen Prospekt über Schall in Röhren, man wollte immerhin vier Kilometer Entfernung überwinden, was wiederum nicht störungsarm genug gelang. Immerhin kamen die Schallröhren in den großen Schiffen des 19. Jahrhunderts zum Einsatz, jedermann kennt den Kapitän, der auf diese Weise Anweisungen an den Maschinenraum gibt. Das wurde sogar noch auf der 1912 gesunkenen Titanic so praktiziert. Bereits 1837 hatte Samuel Morse allerdings schon seinen Telegrafen konstruiert, die elektrische Übertragung von Signalen war also prinzipiell bekannt. Ab den 1850er Jahren folgten diverse Versuche, Schallwellen in elektrische Impulse umzuwandeln, die bekanntesten Protagonisten waren Alexander Graham Bell und Philipp Reis. Allein Bell schaffte es, seine Telefonverbindung auch zu vermarkten und konnte 1876 in Boston das erste praktisch funktionierende Telefon der Neuzeit vorstellen. Sein magnetischer Schallwellenwandler wurde gleichzeitig als Mikrofon und Hörer genutzt, also abwechselnd vor den Mund und ans Ohr gehalten, was nicht zu unkomfortabel war, um die Bell-Erfindung in großem Stil durch Siemens-Halske zu produzieren und unter die Leute zu bringen. Die Berliner Post hatte Versuche über 6, 26 und 61 km unternommen und für erfolgreich befunden, die Telefonie in Deutschland – und parallel weiteren Staaten der Welt – entstand.

Technische Entwicklung des Telefons

Die kommenden Erfindungen drehten sich um die Sprach- und Lautstärkeverbesserung sowie um die Erhöhung von Reichweite und Komfort. Werner von Siemens verbesserte den Hörer, David Edward Hughes erfand das Kohlemikrofon (1878). Ab den 1880er Jahren gab es das Fräulein vom Amt für den Verbindungsaufbau, ab den 1890er Jahren die Selbstwahl per automatischer Telefonvermittlung. Die Legende berichtet, dass der New Yorker Bestatter Strowger das System erfand, weil ein Konkurrent ihm in Connection mit dem örtlichen Fraulein vom Amt die Kundenaufträge wegschnappte – Bestatter mussten schon damals schnell sein, das Telefon war ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Die Selbstwahl war noch sehr unpraktisch gestaltet, funktionierte jedoch und gelangte zu erster Blüte durch eine Siemenserfindung von 1913 (den Impulswahlschalter per Drehscheibe). Die Bell Laboratories (nach dem Erfinder Bell) brachten 1955 das Mehrfrequenzwahlverfahren auf den Markt, bei dem – bis heute – die Ziffern angetippt werden. Es folgten Halbleiterelemente, Elektronik und erweiterte Funktionen bis zur Raumüberwachung per Telefon.
Schon ab 1926 bauten deutsche Bahngesellschaften (Reichsbahn und Postbahn) ein erstes Funktelefonnetz auf – nach heutiger Definition im 0G-Standard, wenn LTE als 4G (und UMTS/HSPA als 3G) bezeichnet werden. Diese Entwicklung führte über Mobilfunknetze für Autos mit großen, schweren Handapparaten zu den modernen Handys, seit den 1950/1960er Jahren das 1G-Netz (C-Netz), seit den frühen 1990er Jahren das 2G-Netz (D1 und D2), seit Mitte der 1990er Jahre das 3G-Netz (GPRS-Standard), das durch UMTS/HSPA seit Beginn der 2000er Jahre erweitert wurde, und seit 2011 das 4G-Netz LTE. Die jüngeren Netze ab 2G sind stets zu den Vorgängerversionen abwärtskompatibel.