Kommunikationssysteme

Die Geschichte der Telekommunikation beginnt in der Antike. Im alten Griechenland wurden einfache Nachrichten über größere Entfernungen übermittelt, indem Rauch- oder Feuerzeichen über mehrere Stationen weitergegeben wurden.

Im 18. Jahrhundert wurde die optische Telegrafie entwickelt. Dabei wurden die Zeichen über Masten mit mehreren „Armen“ übertragen, die jeweils so weit voneinander entfernt waren, dass ihre Position mit dem Fernrohr erkannt werden konnte. Die erste Linie weihte Claude Chappe 1792 in Frankreich ein. Das System hatte einigen Erfolg und wurde um 1800 in mehreren europäischen Ländern und den USA verwendet.

Einen Aufschwung erlebte die Telegrafie im 19. Jahrhundert, nachdem die Nutzung der Elektrizität möglich geworden war. Samuel Morse stellte 1837 seinen elektrischen Telegrafen der Öffentlichkeit vor, der mit Hilfe des Morsealphabets Nachrichten in elektrischen Impulsen verschiedener Länge kodierte. 1839 entwickelte Charles Wheatstone den Zeigertelegrafen, der die Bedienung vereinfachte und die Grundlage für automatische Telegrafen und Fernschreiber darstellte.

Der nächste Meilenstein war die Erfindung des Telefons, von dem um 1850 von Tüftlern wie Philipp Reis Prototypen entwickelt wurden. Zur Marktreife führte das System Alexander Graham Bell 1876 in den USA. Die Telegrafie wurde ebenfalls weiterentwickelt: Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten Ferdinand Braun und Guglielmo Marconi die drahtlose Telegrafie per Funk und somit war der Grunstein für das Telefon gelegt.

Die Funktechnik erlaubte die Entwicklung neuer Medien: 1906 wurden zum ersten Mal Tonsignale über Funkwellen übertragen – das Radio war geboren. Ab 1920 entstanden überall auf der Welt kommerzielle Radiostationen. Nur kurze Zeit später, ab 1928, wurden von Dénes von Mihály in Berlin erste Versuche mit Fernsehübertragungen durchgeführt. Das Fernsehen entwickelte sich ab den 50er Jahren zum dominierenden Massenmedium, 1951 wurde das erste Farbfernsehprogramm ausgestrahlt.

Eine weitere Anwendung der Funktechnik war der Mobilfunk, die bereits ab 1926 bei der Bahn verwendet wurde, aber erst ab 1983 mit den ersten tragbaren Mobiltelefonen langsam den Massenmarkt eroberte.

Mit dem Bildtelegrafen war bereits 1901 der erste Vorläufer des Faxgeräts entstanden. Der Fernkopierer kam 1974 als erstes modernes Faxgerät auf den Markt, fand in Japan in den 80er Jahren weite Verbreitung und wurde schnell auch in europäischen Büros als Telefax verwendet.

Ab den 1960er Jahren eroberte die digitale Telekommunikation die Welt. Ein Meilenstein war das 1969 gegründete Arpanet, das graduell zum heutigen Internet weiterentwickelt wurde. 1971 wurde die E-Mail von Ray Tomlinson erfunden, 1991 veröffentlichte Tim Berners-Lee mit dem World Wide Web den heute populärsten Internetdienst. Gleichzeitig wurde die drahtlose Telekommunikation digitalisiert: 1992 entstand das erste kommerzielle digitale Mobilfunknetz. Es wurde zur Grundlage der modernen Kommunikation per Smartphone und Tablet.